Riesling wartet auf Edelfäule

Riesling

Edelfäule bewirkt Bildung von Anti-Krebs-Wirkstoff

Ein längeres mildes Herbstwetter im Weingarten mit hoher Luftfeuchtigkeit begünstigt die Ansiedelung des Edelfäulepilzes bzw. Schimmelpilzes Botrytis cinerea, der die Beeren der Weinrebe mit einem grauen Schimmel überzieht. Der Edelfäulepilz bewirkt, dass die Haut der Beeren weicher und dünner wird, wodurch das Wasser verdunstet und die Beeren zu schrumpfen aber nicht wie in herkömmlicher Art zu verfaulen beginnen.
 
Man spricht von der Bildung von edelfaulen oder botrytisierten Beeren. Der Zuckergehalt der Beeren erhöht sich dadurch auf 50-70%. Schreitet der Prozess weiter, entstehen die Aszú- oder Trockenbeeren, auch Ausbruchbeeren. Die Beeren bilden das Ausgangsprodukt für einen Wein mit intensivem Geschmackserlebnis und multiplen Geschmacksnuancen.
 
Der Edelfäulepilz bildet einerseits verschiedene Substanzen, die dem Wein einen besonderen Charakter und Ton verleihen, der in der Weinbeurteilung als Botrytiston bezeichnet wird, andererseits produziert die Pflanze durch den Befall der Edelfäule verstärkt den Abwehrstoff Resveratrol. Resveratrol ist ein Anti-Krebs-Wirkstoff und bekräftigt den Ruf, dass Wein ein Lebenselixier ist.
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